Telegramm Toyama, Ana Hotel, Zimmer 1320: Niigata ab 7.54 Uhr. Mit Zug nach Toyama. Tsuji-san verabschiedet uns am Bahnhof, erinnert nochmals daran, dass Japan ein kleines Land mit großen Unterschieden sei. Wir fahren nach einem kurzen Schlenker durch das verschneite Hinterland die Küste entlang nach Süden. Das Japanische Meer ist erbost. Wirft wilde Wellen. Frühstück im Zug. Kalter Reis. Heißer Grüntee. Heißer Schwarzer Kaffee. Zwei Lektionen Katakana. The Japan Times (u.a. Bericht über Mr Weldon’s safely comeback from Pyongyang – den Mann hatten wir doch selbst vor zwei Tagen in Tokyo live erlebt. Die Medien arbeiten langsam in diesem Land). Regen und Schnee unterwegs. Ankunft Toyama 10.50 Uhr. Aoki-san erleichtert am Bahnhof, er hat uns wieder eingeholt. 2 Herren der Präfekturverwaltung erwarten uns, mit Fahrer und Auto. Als erstes Spaziergang im Regen im Canalpark, der auf dem zugeschütteten alten Flussbett des Jinsu-Flusses im Entstehen begriffen ist. Japanisches Mittagessen (Schuhe aus, Bodenheizung an, Hände und Füße trocken) im 14. Stock des Urban-Center. Dr. Hanyu, Shintopriester in der 23. Generation, Erfinder von Snowscape (Pendant zu Landscape), Doktor der Tokyo-Universität, Vizegeneraldirektor von Public Works Toyama-Präfektur erklärt uns den Unterschied von aktiver und passiver Nutzung des Schnees. Zeigt uns Fotos von seinem Schneegarten. Unterscheidet Schneekunst- von Schneehandwerk. Auch davon haben die Schweizer noch nie etwas gehört. Anschließend Rundfahrt durch die Häfen der Stadt (Shinminato, Toyama und Fushiki). Berge von Holzschnitzeln, angeblich ganze in Chile abgeholzte Wälder. Riesige Autoverladelager. Alle ausrangierten weißen Pkws der Japaner landen in Toyama, wo die Russen sie begaffen, aufkaufen, auf ihre Kähne verladen und abtransportieren. Was die Russen nicht mitnehmen, wird verschrottet und nach Korea exportiert. So bleibt das Land sauber. Die Autos neu. Und die Straßen voll. 15 Uhr Gespräch mit Tourismusverwaltung. Ein Großraumbüro der kleineren Art. Übersetzer Adam aus Amerika (mit norwegischen und deutschen Vorfahren). Video vom Tateyama (3000 m, so hoch wie der Titlis) und Tateyama Kurobe, mit dem höchsten Gipfel Onanjii (3014 m). Uns wird sauberes Bergwandern vorgeführt. Der Bau von hochalpinen Toiletten. Und der Weg der Wiederaufbereitung des Spülwassers. Angeblich sind an der Küste im Frühjahr Fatamorganas zu sichten wie sonst nur in der Sahara. Ein heiliges Land, das noch niemand entdeckt hat.
born in Liestal, lived in Warsaw, Berlin, Birmingham, Tsukuba, Cracow - last years in Meldorf on sea level at the Waddensea - since september 2024 in Kathmandu under the Roof of the World.